SEO-Tool-Alarm: Google stoppt [&num=100]-API-Abfrage
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Ein kleiner Schritt mit riesengroßer SEO-Wirkung
Seit Mittwoch beobachte ich in meinen Projekten deutliche Einbrüche in den Sichtbarkeitswerten – zuerst im Sistrix Tool, kurz darauf habe ich ähnliche Rückmeldungen von anderen SEOs bekommen, die in ihren Tools ebenfalls starke Schwankungen sehen. Es wirkte auf den ersten Blick wie ein großes Update, doch sehr schnell stellte sich heraus: Der Grund ist technischer Natur. Google hat still und leise die [&num=100]-API-Abfrage abgeschaltet.
DataforSEO und Seroundtable berichteten dazu. Auch Sistrix informierte über den Status zu dem &num=100-Problem.
Bislang war es für viele SEO-Tools Standard, mit dem Parameter [&num=100] gleich 100 Ergebnisse auf einen Schlag zu ziehen. Das war praktisch, weil man so nicht zig Anfragen nacheinander schicken musste. Für Analysen, Vergleiche und Monitoring war das eine echte Abkürzung. Doch genau dieser Shortcut ist jetzt weg.
Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, war ich ehrlich überrascht. Ich dachte zunächst an ein Datenproblem oder an eine Störung bei Sistrix. Aber je mehr Gespräche ich mit Kolleginnen und Kollegen (auch Hanns Kronenberg berichtete auf LinkedIn) geführt habe, desto klarer wurde: Google hat diese Option abgeschaltet, und die Auswirkungen ziehen sich quer durch alle Tools.
Was bedeutet das nun konkret? Ganz einfach: Statt einer großen Abfrage braucht es jetzt viele kleine. Das macht die Arbeit der Tools komplizierter, erhöht die Serverlast, bringt mehr Rate-Limits ins Spiel und kostet letztlich auch Geld. Für uns als Nutzer heißt das, dass manche Daten plötzlich langsamer einlaufen, Lücken aufweisen oder in einer geringeren Tiefe zur Verfügung stehen.
Natürlich wird es Workarounds geben. Kleinere Datenpakete in mehreren Schritten, werden der neue Standard sein. Aber das braucht Zeit, frisst Ressourcen und zwingt Tool-Anbieter dazu, ihre Systeme kurzfristig anzupassen. Und genau das erleben wir gerade live: Sistrix, aber auch andere SEO-Tools, haben Schwierigkeiten, weil sie ihre Prozesse umstellen müssen.
Für mich persönlich ist das ein spannendes Beispiel dafür, wie abhängig wir von Googles Schnittstellen sind. Ein kleiner Parameter verschwindet – und plötzlich kippen Sichtbarkeitskurven, als hätte es ein großes Update gegeben. Das zeigt mir einmal mehr, wie wichtig es ist, nicht nur auf ein Tool zu vertrauen, sondern Entwicklungen immer aus mehreren Perspektiven zu betrachten.
Am Ende bleibt: Google macht die Regeln. Wir SEOs müssen flexibel bleiben, mit den neuen Bedingungen umgehen und unsere Workflows anpassen. Die Abschaltung der [&num=100]-Abfrage ist nicht das Ende der Welt – aber sie ist ein deutliches Signal, dass auch technische Kleinigkeiten große Auswirkungen auf unsere tägliche Arbeit haben können.
Wir werden gemeinsam sehen, wann die SEO-Tools wieder „normal“ laufen und ob sich etwas an der Datenbasis ändert.
Ergänzung:
14.09.2025 | Stellungnahme SEOClarity
SEOClarity schrieb schon am 14.09.2025 etwas zu dem Thema. Die Formulierungen finde ich allerdings befremdlich. Wie erheben sie denn nun die Daten?
Auszug:
„Während diese Änderung den rechnerischen Aufwand zum Abrufen von SERP-Daten um den Faktor zehn erhöht, sorgen unsere ClarityGrid-Architektur im Unternehmensmaßstab, unsere intelligente und adaptive Parsing-Technologie und unsere technische Weitsicht dafür, dass unsere Kunden davon nicht betroffen sind.“
Ergänzung:
15.09.2025 | 07.00 Uhr
Brodie Clark berichtet auf Twitter, dass seit dem 10. September 2025 auch Veränderungen in der Google Search Console (GSC) zu erkennen sind.
15.09.2025 | 10.30 Uhr
Ray Grieshuber von Demandsphere schreibt ebenfalls zu diesem Thema und erklärt die mögliche Reaktionen.
15.09.2025 | 21.30 Uhr
Glenn Gabe schreibt auf X über die möglichen Auswirkungen der &num=100 Abschaltung auf Klicks und Impressions in der Google Search Console. Einiges deutet darauf hin, dass es zu massiven Beeinflussungen durch SEO-Tools gekommen ist. Ich selbst hätte nie vermutet, dass die Wirkungen dieses Ausmaß erreichen könnten. Aber schauen wir mal und beobachten weiter.
15.09.2025 | Stellungnahme SEMrush
Auch SEMrush hat zur Tracking-Problematik gestern eine Stellungnahme veröffentlicht. Diese findest du hier.
15.09.2025 | Stellungnahme Accuranker
Auch der SEO-Tool-Anbieter hat zur Tracking-Problematik gestern einen Inhalt veröffentlicht. Diese findest du hier.
15.09.2025 | Barry Schwartz auf Search Engine Land
Barry Schwartz hat auf Search Engine Land ebenfalls geschrieben.
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Marco Janck ist Online-Marketing-Experte mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in SEO und Content-Marketing. Er ist Gründer und Inhaber der Sumago GmbH mit Sitz in Berlin. Unter diesem „Dach“ agieren die Boutique-SEO-Agentur SEONAUTEN und die CAMPIXX mit seinen Konferenz-, Fortbildung- und Informationsangeboten. Marco Janck ist aktiver Speaker auf anderen Konferenzen, wie der SMX, SEOkomm, SEO Day oder dem OMT. Weiterhin ist er aktiver und bekannter Podcast-Host in den Podcasts Wayne und Jung & Janck im CAMPIXX-Universum. Vor der Gründung von Sumago war Marco 27 Jahre lang Polizist in Berlin.





