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GEO wird 100x stärker als SEO - Ist das so?

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SEO vs. GEO | CAMPIXX
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Ich mache mir Gedanken zu einem Podcast

Gestern habe ich die aktuelle Podcast-Ausgabe des Content-Performance-Podcasts von Fabian Jaeckert und Benjamin O´Daniel gehört. Zu Gast war der von mir sehr geschätzte SEO-Wegbegleiter Malte Landwehr, Ex-Vice President SEO und seit Kurzem CMO bei dem aufstrebenden AI-Startup Peec AI.

Kennt ihr das? Manchmal konsumiert man Sachen, die eine andere oder neue Denkebene öffnen. Eine, die man im normalen Alltag nicht einfach öffnen kann. Ich weiß nicht, wie das in meinem Kopf so abläuft ;-). Das ist aber wohl der Grund, warum ich unglaublich viele Sachen lese, höre und anschaue. Ich bin immer auf der Suche nach einer persönlichen Erkenntnis. Nur diese PERSÖNLICHE Erkenntnis ist für mich entscheidend bei der strategischen Ausrichtung meiner Aktivitäten. 

Aber zurück zum Podcast. Der Titel lautet „GEO wird 100-mal stärker als SEO“. Eine Behauptung, die sofort mein Interesse weckte. Klar, wollte ich wissen, was die drei und speziell Malte so denken. So ein Podcast ermöglicht es immer, den Menschen ein wenig in den Kopf zu schauen. 

Die erste Frage im Podcast ging dann aber erst mal in eine andere Richtung. Warum ist Malte überhaupt von einer Top-Stelle bei Idealo mit einem sechsstelligem Gehalt zu einem Start-up im AI-Bereich gewechselt? Die Antwort war sehr spannend, denn er sagte, dass es die Angst davor war, als SEO überflüssig zu werden. Diese Angst, die ich in der letzten Zeit vielfach von unterschiedlichster Seite höre und beschreibt, wie fragil das SEO-Konstrukt intern allgemein wahrgenommen wird. 

Ich bin für meinen Teil erst einmal sehr begeistert, dass einer der schlausten Köpfe der DACH-SEO-Welt durch seinen Wechsel wieder aktiver in der Kommunikation ist und entsprechend noch mehr von seinem Wissen teilen wird. 

In dem Podcast beschreiben die drei dann ihre aktuelle Sicht auf das Spannungsfeld zwischen SEO und GEO. Ich will euch da jetzt nicht den ganzen Podcast aufarbeiten. Bei mir ging aber permanent die Alarmleuchte in meinem Kopf an. Irgendetwas stimmt nicht bei der aktuellen Entwicklung. In diesem Post, will ich kurz umreißen, was mich skeptisch macht und wie ich mit aktuellem Wissen meine eigene Strategie forme.

Content-Performance-Podcast | CAMPIXX

Dennoch will ich einige interessante Sätze von Malte zusammenfassen:

„An das, was ich so in SEO mache, glaube ich immer weniger für die Zukunft.“
„Früher haben viele Intermediäre mitverdient. Das ändert sich!“
„Man muss schauen, welche Geschäftsmodelle in der Zukunft noch bestehen können.“
„Viele Punkte aus der SEO-Welt kann man messen (direkt oder durch die Intermediäre). Anbieter haben aus LLMs keine Informationen mehr, was da eigentlich passiert. Zumindest, wenn man den aktuellen Marketing-Tool-Stack benutzt.“
„Es gibt Antworten, die direkt von den Modellen kommen. Die sind sehr schwer zu beeinflussen. Da muss man eher in Quartalen oder Jahren denken.“
„Und es gibt Antworten, die direkt aus Suchen oder API-Abfragen generiert werden. Hier kann man optimieren.“
„EEAT von Google beschreibt die Möglichkeiten schon sehr gut.“
„Die Modelle können aktuell nicht schnell und preiswert neu trainiert werden.“
„Man hat eine größere Chance, in Sprachmodellen erwähnt zu werden, wenn man in faktischer und funktionaler Sprache schreibt.“
„Auf Quellen stattfinden, die immer gerne von LLMs zitiert werden, wie Wikipedia oder Reddit.“
„Sei konsistent bei deinen Entitäten auf allen Plattformen.“
„Wenn ich irgendwie eine Vorstellung davon habe, was die Prompts sein könnten, die von Usern eingegeben werden, dann können diese mit aktuellen Tools, wie Peec AI gemonitored werden.“ 
„Bezahlte Beiträge auf oft zitierten Seiten werden auch als Quellen herangezogen.“
„Aktuell funktionieren AI-generierte Massen-Seite sehr gut.“
„Identische Masseninhalte auf unterschiedlichen Domains funktionieren noch gut, weil es keine DC-Erkennung gibt.“
„Am Ende werden alle ihre Daten für LLM-Crawler freigeben, auch wenn jetzt temporär gesperrt wird.“

Ich will mal einen Schritt zurücktreten und die SEO-Brille ablegen

Wenn ich das mache, dann sehe ich aktuell folgende Entwicklungen, die meine strategischen Entscheidungen bestimmen:

Die Suche wird aktuell von Google dominiert

Aktuell bestimmt Google die weltweite Suche noch mit sehr großem Abstand. Laut Statista lag der Anteil von Google im Juni 2025 noch bei 79,5 %. Google bleibt also der Platzhirsch im Suchmarkt. Für Marketer macht es also durchaus Sinn, weiter auf Google zu setzen. Aber nicht nur  Der Anteil an der Suche bringt mich dazu, mich weiter auf Google zu fokussieren. Es sind auch die grundsätzlichen Assets des Such-Giganten, die mir die Fokussierung leicht machen. Nehmen wir die Entwicklung bei der Bewertung von Quellen (PageRank), nehmen wir die langen Arbeiten und Umsetzungen im Bereich EEAT, nehmen wir Android, Chrome, Maps, Youtube und all die anderen Plattformen, die betrieben werden. Google hat unglaublich viele Daten aus den unterschiedlichsten Bereichen und auch die Möglichkeit, alles irgendwann sinnvoll zu kombinieren. Jetzt fragst du dich vielleicht, warum ich mich nicht auch auf anderen Plattformen konzentrieren kann? Ich könnte mich ja auch mit ChatGPT, Perplexity oder anderen Playern beschäftigen. 

Mein Problem ist, dass sich die Erde um sich selbst dreht. Ich habe also nur 24 Stunden max. an einem Tag zur Verfügung und muss mich für einen Weg entscheiden. Ich kann nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Also bleibe ich im Google-Universum.

Ja, es gibt weniger Klicks durch AI-Overviews und AI Mode

Es scheint laut Studien klar zu sein, dass der Traffic der organischen Suche nach Einführung der AI-Overviews und des AI-Mode um ca. 30–40 % zurückgegangen ist. Tatsache ist aber auch, dass es immer noch Traffic über die organische Suche gibt. Gibt es also nur ein „New Normal“? Ich denke ja. Das wird bestimmte Geschäftsmodelle, die ihr Geld direkt über Traffic verdienen, nicht freuen. Es wird für den einen oder anderen sicherlich auch das Aus bedeuten. Bei breiteren Geschäftsmodellen sollte der Rückgang aber verkraftbar sein und die Bemühungen verstärken, sich unabhängiger von der Google-Suche direkt zu machen. Wird SEO also sterben? Nein. Wir müssen nur die Basis neu justieren und das ist eher ein Thema von Kommunikation und Verständnis. Der Markt hat sich ja grundsätzlich und für jeden verändert. 

Googles Cash-Cow

Google hat eine große Cashcow, die aktuell zugleich die Schwachstelle ist. 75 % ihres Gewinns erwirtschaftet Google bzw. Alphabet mit Google Ads, also mit bezahlter Werbung, die aktuell teils unterhalb der AI-Overviews und teils darüber angezeigt werden. Google MUSS dafür sorgen, dass die Einnahmen gesichert bleiben, weil es sich um ein Aktienunternehmen handelt, dessen Kurs maßgeblich von dieser Prognose abhängig ist. Die aktuelle Präsenz der AI-Overviews kann dazu führen, dass auch hier die Klickrate auf Ads um 30–40 % sinkt. Das wäre fatal und man müsste diese Entwicklung bald in den Zahlen sehen. Wahrscheinlicher ist aber, dass Google das dadurch kompensiert, dass immer mehr Links auf den AI-Overviews auf google-eigene Seiten verlinken. Durch mehr Seitenansichten auf der Plattform erhöhen sich auch die PIs und die Klicks. Gerade, weil die User immer mehr auf ein Suchziel hingeleitet werden. Fakt ist, dass Google hier wahnsinnig anfällig ist. 

Nur noch AI-Mode?

Im Grunde sind wir bei all dem Wirrwarr um Google und der neuen Suche nur eine Entscheidung von einem Rollback entfernt. Ist es nicht möglich, das Google die AI-Overviews ganz in die vertikale Suche des AI-Modes verlagert? Dann wäre die normale Suche mit einem Schlag wieder die alte und Interessierte könnten die Vorzüge der AI-Chat-Suche im AI-Mode nutzen. Auch die Einnahmen über Google Ads würden sich grundsätzlich wieder auf dem normalen Level befinden. Im Grunde so, wie es Bing schon vor über einem Jahr entschieden hat. Diese Entscheidung wird ja auch Gründe gehabt haben. 

Aber ist das ganze AI-Ding nicht in sich eine Sackgasse?

Treten wir mal noch einen Schritt zurück. Aktuell gibt es Webseiten, über die Marken mit ihren Besuchern und Interessenten kommunizieren. Hier werden Angebote vorgestellt, Inhalte zugänglich gemacht und Image, Vertrauen bzw. Identifikation erzeugt. Alle diese Daten werden von den Crawlern der großen LLMs für UMME eingesammelt. Keiner hat jemals um eine Genehmigung gebeten. Es wurde einfach Kraft ihrer »Kartoffelsuppe« gemacht. Egal, ist halt jetzt so. Es entsteht ein zweiter Layer über dem eigentlichen Internet, welcher eher trennende Wirkung hat, weil viele pure Antworten schon von dem LLM beantwortet werden. Doch alles ohne Bewertung und ohne irgendeine Form der Identifikation für den Nutzer. Kaufen zum Beispiel Porschefahrer ihr Auto, weil sie nur einen Text dazu lesen möchten? Lebt die Marke nicht von viel visuelleren Assoziationen mit einer Marke und will am Ende der Nutzer auf der Suchmaschine bleiben, um sich zu orientieren? Will er nicht gerade die Vielfalt und Unterschiedlichkeit? Und dabei haben wir noch nicht einmal besprochen, wie LLM durch ihre Führungen inhaltlich beeinflusst werden könnten (siehe XAI mit Grok).

Ich glaube nicht daran, dass Webseiten durch LLMs ersetzt werden. LLMs und Agenten können einen Baustein darstellen. Aber die Suche ist auch ein Erlebnis und eine Entdeckungstour. Ich glaube, das unterschätzen viele.

Ach, noch etwas anderes:

Was ist, wenn die Webseiten-Betreiber das Spiel doch nicht mitspielen?

Das ist eine Option, die ich gar nicht so unmöglich empfinde. Es setzt jedoch voraus, dass die Webseiten eine eigene Identität und einen „Magnetismus“ für die Zielgruppe entwickeln. Ich sehe da eher eine Tendenz, aus Webseiten bei entsprechendem Angebot Plattformen zu bauen. Wenn das gelingt, werden wohl immer mehr Anbieter unabhängiger werden und sich trauen, die LLMs vor der Tür zu lassen. Und was passiert dann, wenn nur 20 % der Seiten die LLMs aussperren (siehe die aktuelle Nummer mit Cloudflare und deren Blockierung der LLM-Crawler)? Dann werden LLMs immer dümmer, weil ja dann 20% fehlen. Dazu kommt, dass viele Inhalte, wie von Malte oben beschrieben, als DC ohne Kontrolle für die LLMs ins Netz geprügelt und verarbeitet werden. Die Grundlage für authentische und gute Daten verschwindet dann immer mehr, und genau das ist meine Prognose. Am Ende landen wir wieder bei Google, das noch mächtiger sein wird als es aktuell schon ist. 

Das Ding mit Vertrauen, Vielfalt, Demokratie und Umwelt

Und zum Schluss gibt es für mich ein paar wirkliche Knackpunkte an der gesamten LLM-Thematik, die mich zumindest in Bezug auf Search zweifeln lassen, wie tragfähig das Thema wird oder werden kann. Wir leben in einer Welt, in der es im Grunde nicht nur auf Antworten ankommt, sondern es geht um das Vertrauen, dass die Antworten zumindest sachlich richtig sind. In Zukunft wird es vielleicht auch darum gehen, dass sie in ein grundlegendes Wertegerüst passen. Es wird unglaublich darauf ankommen, wer der Hüter der Inhalte ist. Grok und XAI zeigen zumindest gut, welcher AI man vielleicht nicht vertrauen will. Der frühere Leitspruch von Google „Don´t be evil“ kann also vielleicht wieder vollkommen neue Bedeutung erlangen. Neben dem Vertrauen ist der Punkt Vielfalt für eine Demokratie wie unsere sehr tragend. Daher wird es schon immer wichtiger werden, dass Webmaster selbst entscheiden, wo und wie ihre Daten genutzt werden. Ach so, dass das Ganze unglaublich viel Ressourcen verbraucht, lasse ich mal nebenbei laufen, weil ich denke, dass wir dieses Rennen um Umwelt und Klima nahezu verloren haben. 

Was mache ich nun mit meinen persönlichen Wahrheiten

Für mich ist klar, dass ich mein Wissen um SEO oder wie immer es auch mal heißen mag nicht mehr vollständig im System selbst spielen werde.  Ich sehe die Zukunft in markenstarken Plattformen, die sich die Mühe machen Daten zu sammeln, die es sonst nirgendwo anders gibt, und damit Fragen zu beantworten, die sonst in der Form nirgendwo anders beantwortet werden. Diese Plattform muss eine eigenständige Anziehung durch Angebot und Inhalt haben. Idealerweise durch eine Community. Ziel sind nicht mehr nur Links und Mentions, sondern eher Direct Searches und Lesezeichen. Diese Plattform muss dann nach außen gespielt werden. Speziell durch Events innerhalb dieser Zielgruppe. Vielleicht ein wenig, wie es Weight Watchers schon irgendwie macht. An eine solche Plattform kannst dann über authentische Verbreitung unglaublich viel andocken. Alles mit dem Ziel, möglichst unabhängig von LLMs und AI zu werden. Und wenn ich mit denen spielen will, dann zu meinen Konditionen. 

Ob das alles so direkt umsetzbar ist, kann ich nicht genau sagen, aber irgendwann muss man ja strategisch ein paar Entscheidungen treffen, und ich treffe sie genau mit diesem beschriebenen Kontext. 

ALLES NUR MEINUNG!

Nichts von dem, was ich hier geschrieben habe, kann ich beweisen, und vielleicht will ich das auch gar nicht. Ich arbeite jetzt seit über 25 Jahren in Search und beschäftige mich intensiv mit AI. Es ist für mich Grundlage meines Handelns, dass ich meinem Bauchgefühl eine große Durchsetzungskraft einräume. Einfach, weil in meiner Welt Erfahrungen einen Wert haben. Nicht alles muss und kann auf Daten basieren. Dann rennen wir alle bald nur noch dem weißen Hasen hinterher. 

Wie immer habe ich dabei keine Ahnung, ob meine Prognosen zutreffend sind. Aktuell fühlt sich das Geschriebene richtig an. Mir reicht das.

Was denkst du darüber? 

Eine Entscheidung, die auf dem hier verfassten beruht, ist es, die Kommentarfunktion in diesem Magazin und für unsere Podcasts wieder zum Leben zu erwecken. Einfach, weil ich glaube, dass nicht nur LinkedIn der Raum für Kommentare sein darf und soll. Der Mehrwert darf gerne direkt auf meinem Asset entstehen und nicht bei Dritten. 

Mehr Austausch zu diesen Themen gefällig?

Dann komm auf die AI:CAN oder auf die CAMPIXX in Berlin.

Marco Janck | SEO & Content-Marketing | CAMPIXX
Inhaber & Gründer at  | 030959998720 | support@sumago.de | Website

Marco Janck ist Online-Marketing-Experte mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in SEO und Content-Marketing. Er ist Gründer und Inhaber der Sumago GmbH mit Sitz in Berlin. Unter diesem „Dach“ agieren die Boutique-SEO-Agentur SEONAUTEN und die CAMPIXX mit seinen Konferenz-, Fortbildung- und Informationsangeboten. Marco Janck ist aktiver Speaker auf anderen Konferenzen, wie der SMX, SEOkomm, SEO Day oder dem OMT. Weiterhin ist er aktiver und bekannter Podcast-Host in den Podcasts Wayne und Jung & Janck im CAMPIXX-Universum. Vor der Gründung von Sumago war Marco 27 Jahre lang Polizist in Berlin.

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