Wonder.me – Testbericht aus der Event-Praxis

Das Kommunikationstool Wonder.me ist eines der Werkzeuge, die im Laufe der Pandemie auf dem Markt eine Aufmerksamkeit bekommen hat. Ziel dieses Tools ist es Menschen miteinander in einer unkomplizierten Art und Weise zu verbinden. Besonders beachtenswert ist bei Wonder.me sicherlich, dass dieses Tool kostenlos nutzbar ist.

Ist kostenlos im Vergleich zu kostenpflichtigen Tools aber nun schlechter? Welche Vorteile und Nachteile gibt es? Im Rahmen unserer Digitalen Marketing Stadt ODC haben wir Wonder.me praxisnah getestet. 

Wonder.me - Der große Praxis-Test

Die Welt steht fast still und die Menschen müssen dennoch irgendwie in Verbindung bleiben. Im Rahmen der Arbeit, im Homeschooling oder auch nur rein privat. Kein Tool ersetzt den direkten Kontakt zwischen Menschen, aber es kann helfen die Not zu mindern bzw. stellt für einige Remote-Ansätze auch eine dauerhafte Lösung dar.

Was macht Wonder.me so besonders?

Wonder.me ist ein sehr umfangreiches Kommunikationstool. Mit dem Tool ist es möglich Meetings zu erstellen und die Teilnehmer per Video und Audio miteinander zu verbinden. Diese Meetings finden in einem „Raum“ statt. Pro Raum können nach Angaben des Betreibers über 1.000 Personen teilnehmen. Innerhalb dieses Raumes haben berechtigte Teilnehmer die Möglichkeit Präsentationen durchzuführen oder sich in Gruppen von jeweils max. 15 Personen zusammen zu finden, um dort Sachen in kleiner Runde zu besprechen. Eine Chat-Funktion rundet die Sache ab.

Im Vergleich zu Tools wie Zoom oder Teams sticht hier die Möglichkeit ins Auge sich schnell in Gruppen zusammenzufinden und sich damit einfach zu vernetzen. Ob das alles wirklich so einfach ist, beschreiben wir in diesem Test-Bericht.

Unsere Testumgebung

Wir haben wonder.me im Rahmen unserer virtuellen Event-und Marketing-Stadt ODC eingesetzt. In dieser Stadt gibt es Anbieter, die ihre Marke bzw. ihre Produkte präsentieren. So wie früher die Messestände. Um diesen Anbietern eine breitere Möglichkeit zu geben sich vorzustellen findet einmal pro Monat der ODC Store-Day statt. Ein kleines dreieinhalbstündiges Event. In diesem Rahmen haben wir wonder.me erstmalig eingesetzt. Ziel sollte sein, dass die Anbieter eine 20 minütige Kurz-Session machen, mit der anschließenden Möglichkeit des Austausches.

Um die Konzeption der ODC zu verstehen, schaust du vielleicht einfach mal kostenlos vorbei.

Unser Ziel

Eine Präsentation und einen anschließenden Austausch zwischen Vortragenden und den Teilnehmern zu ermöglichen. Gleichzeitig sollten die Vorträge aufgezeichnet werden, um sie später zu Verfügung zu stellen.

Pros

Wonder.me läuft in sich sehr stabil und bildet die vom Betreiber genannten Funktionen gut ab. Wie immer liegt der Teufel aber im Detail. Es geht also im Folgenden nicht um Basis-Funktionalität, sondern um die Probleme und Hürden, die darüber entscheiden, ob und wie dieses Tool praxistauglich ist.

Cons

Tja. Alles, was jetzt folgt liegt in vielen Bereichen nicht direkt am Tool selbst, sondern an den Umständen der Nutzung durch den Nutzer. Technisch funktioniert wonder.me sehr gut, aber ….

Die Darstellung

Die Grafiken des Anbieters zeigen eine wirklich strukturierte Darstellung der Oberfläche. Im Grunde ist alles klar. Wenn man das Tool dann jedoch im Browser benutzt ist es im Vernetzungsbereich doch sehr schwerfällig und viel pixeliger als angenommen. Dazu kommt noch, dass die Beweglichkeit der einzelnen Teilnehmer mit erhöhter Teilnehmerzahl immer träger wird.

Als das größte Problem stellte sich heraus, dass es am Ende nicht wirklich selbsterklärend ist. Wir hatten den Umgang vorher geübt und waren mit den Funktionen vertraut. Es zeigte sich aber, dass die neuen Teilnehmer die Grundfunktionen nicht verstanden. Sie irrten also im Vernetzungsfenster umher und haben nicht verstanden, dass die Vernetzung erst mit dem Zusammentreffen der Circles beginnt. Das war bei unserem Event ein Problem. Ein Problem, dass wir nicht auf den Anbieter allein abschieben wollen. Wir und der Anbieter hätten es einfach besser erklären können.

Mobile-Darstellung

Im Rahmen der ODC zeigt sich deutlich, dass zwar viel auf mobilen Endgeräten darstellbar, aber nicht wirklich nutzbar ist. Im Rahmen der Nutzung von wonder.me wurde also wieder klar, dass Kommunikation ein komplexer Vorgang ist, der nur sehr bedingt auf eine Handy-Oberfläche gezogen werden kann. Die Darstellungsfläche ist einfach zu klein, um alle Funktionen sinnvoll abzubilden. Das Bedürfnis auf Vernetzung und Kommunikation trifft also auf mangelhafte Darstellungsmöglichkeit.

Auch wenn viele die Zukunft in der mobilen Nutzung sehen, so wird an solchen Beispielen klar, dass viele Anwendungen einfach eine größere Darstellungsfläche benötigen. Es würde ja auch kein Gamer freiwillig auf die Idee kommen Counterstrike auf dem Handy zu spielen. Gleiches gilt für Home-Schooling, Filmerlebnisse und vieles mehr. Die Display-Größe muss ein Faktor bleiben. Einfach, weil es in der Natur der Sache liegt.

Was bringen theoretische und technische Teilnehmerzahlen von bis zu 1.500, wenn am Ende auf einem Handy nicht einmal fünf Teilnehmer sinnvoll miteinander agieren können.

Die Präsentationen

Die Sessions liefen sehr gut durch und alle Beteiligten konnten die Technik leicht bedienen. Auch die Darstellung war ausreichend, wobei auch hier die Darstellungsfläche bzw. die fenster-Aufteilung ein Thema war.

Die Browser-Hürde

Bei unseren Tests haben sich rein browserbasierende Lösungen oft als „Diven“ herausgestellt. Das liegt meistens an den versteckten Freigabefunktionen für Kamera und Mikrofon, sowie an den Sicherheitseinstellungen der unterschiedlichen Browsern. Wie uns einige Nutzer reflektierten, haben sie dieses technische Wilde Roß nicht in den Griff bekommen. Hier haben Tools eindeutig Vorteile, die als eigene Lösung daher kommen (siehe Zoom oder Teams). Wobei auch diese im Umgang mit bestimmten Hardware-Komponenten streiken. Bestes Beispiel ist sicherlich die Nichterkennung der bekannten Hardware ATEM mini von Blackmagic innerhalb von GotoMeeting und GotoWebinar.

Dennoch scheinen eigene Lösung der stabilere Weg zu sein.

Die Aufzeichnung

Was in Tools wie Zoom einfach möglich ist, haben wir bei unserem Praxis-Versuch über Screen-Capture lösen müssen, da die Aufnahmefunktion nicht toolseitig zur Verfügung steht.

Auch hier zeigte sich leider, dass die stabile Nutzung nicht möglich ist. Von sechs Sesssions wurde zwei Mal der Ton nicht mit in die Aufzeichnung gezogen. Das war wirklich sehr schade und macht das Tool für uns für Präsentationen nicht mehr nutzbar.

Wonder.me in der Praxis - CAMPIXX

Fazit zu wonder.me

Wir haben wonder.me für ein Event getestet und müssen sagen, dass wir es in der Nutzungsvariante (Session und Meetings) nicht noch einmal einsetzen werden. Zu viele Bereiche liefen instabil und brachten nicht den erforderlichen Erfolg.

Wir werden wieder auf Zoom Meeting oder Zoom Webinar zurück schwenken, da wir hier sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Dennoch ist das kein vernichtendes Urteil für wonder.me. In der Nutzung als Kommunikations- und Vernetzungstool werden wir es weiterhin nutzen. Genau da hat es auch seine Stärken. Für komplexere Kombinationen taugt es leider nicht und das liegt nicht an der Kostenfreiheit, sondern an den beschriebenen technischen Hürden.

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