Corona – Konferenzen & Festivals.
Mögliche Szenarien ?

Kein Mensch hat im Dezember 2019 daran gedacht, dass ein Virus die ganz Welt in ein globales, gesundheitliches und wirtschaftliches Desaster stürzen würde. Die Menschen lebten ihr Leben und machten sich wenig Gedanken über einen Abschwung.

Konferenzen in der Corona Zeit

Es ging höchstens um „höher, schneller, weiter“. Zumindest im wirtschaftlichen Kontext. Doch dann kam das, womit niemand naiver Weise wirklich gerechnet hat. Das Virus breitete sich über die Kontinente aus und wurde zur lebensbedrohlichen Pandemie, die Staaten dazu zwang das wirtschaftliche und öffentliche Leben nahezu auf null runter zu fahren.

Von diesem LockDown wurde auch die Eventbranche massiv getroffen. Erst Großveranstaltungen, dann kleine und am Ende ging sehr schnell überhaupt nichts mehr. Vollbremsung von 100 auf 0 und das vor der wirtschaftlich wichtigsten Phase des Jahres. Es folgten Verschiebungen, Absagen und andere Lösungen, um den Schaden zu kompensieren oder zu realisieren. Das ist im Grunde allen bekannt und der Blick zurück macht in der aktuellen Situation wenig Sinn. Viel wichtiger ist der Blick in die Zukunft.

Wir möchten in diesem Artikel unsere Sicht auf die Zukunft der Eventbranche aufzeigen und spezialisieren uns hier besonders auf Konferenzen, Festivals, Workshops und Networking Events mit Marketingbezug.

Erste Gedanken und Reaktionen nach dem LockDown

Es ist völlig menschlich, dass eine erste Reaktion auf die Vollbremsung eine gewisse Form von Schockstarre ist. Es herrscht im Grunde völlige Überforderung. Umsatzeinbruch, laufende Verpflichtungen, Mitarbeiter, Kurzarbeitergeld und Zukunftsangst.

In dieser Schockstarre waren die ersten Reaktionen Absagen, Verschiebungen und digitaler Ersatz. Es herrscht das allgemeine Gefühl, dass sich das Eventgeschäft jetzt radikal auf Onlinenutzung verlagern müsste. Ein Gedanke, der nur in der ersten Emotion logisch erscheint.

Was wird aus dem Konferenz-Eventgeschäft

Die allgemeine Marktreaktion und der wichtige zweite Gedanke

Das den Gedanken zur schnelleren Digitalisierung auch andere hatten zeigte sich extrem schnell. Gefühlt begann der gesamte Markt mit der massiven Content Produktion. Speziell Webinare, virtuelle Konferenzen, virtuelle Workshops, Videokurse und andere digitale Produkte ertränkten den Markt und führten zu einer Überforderung auf Konsumentenseite. Mit diesem Überangebot wurde auch ein massiver Wertverfall von Bildungs- und Informationsleistungen ausgelöst. Kaum ein Mensch ist aktuell bereit für Inhalte Geld auszugeben und das betrifft alle Bereiche.

Aber was machen nun die Konferenz und Festival-Veranstalter?

Die erste Reaktion war sicherlich die digitale Format-Professionalisierung. Weg von Webinar und hin zu aufwendigen Produktionen. Nach dieser ersten Idee kam die Erkenntnis, dass professionelle Studioproduktionen erstens extrem teuer sind und das selbst das Fernsehen mit Zuschauerschwund zu kämpfen hat. Woher sollte also für diesen Kraftakt das Publikum kommen, dass es wirtschaftlich tragfähig macht in die dieser Situation?

Wir glauben, dass digitale Angebote und Produktionen aktuell nicht die Lösung sein können. Die Krise wird dazu führen, dass es in Zukunft neue Content Marketing und Produkt-Angebote geben wird, die viel teurer sind und daher eine andere Zielgruppe begeistern, aber dadurch werden Events mit direktem zwischenmenschlichem Kontakt nicht ersetzt.

Es bleibt also im Grunde nur die Frage nach einer möglichen Zukunft.

Die aktuelle Lage

Bislang sind Treffen von mehr als 2-5 Menschen in Deutschland verboten. Großveranstaltungen bis 1.000 Personen sind mindestens bis Ende August und Events mit mehr als 5.000 Personen bis 24. Oktober 2020 (Regelung Berlin).

Ob und wie diese Regelung verlängert wird ist völlig unklar und hängt stark an der Infektionsentwicklung.

Mögliche Reaktionsmuster für Events mit Corona

Ein mögliches Reaktionsmuster für Veranstalter

Eines ist relativ klar. Veranstaltungen im Freien mit Möglichkeiten zu Auflagenumsetzung werden als erstes in den Genuss der Freigabe kommen, sofern es Lockerungen gibt. Doch welche Konferenz oder Marketing Event findet im Freien statt?

Also bleibt im Grunde nur der Denkweg über die Eventgröße und das macht es für Veranstalter sehr schwer.

Nach den Erfahrungen mit dem LockDown könnte man mit der Lockerung in bestimmten Stufen rechnen.

50 Teilnehmer in geschlossenen Räumen mit Auflagen

Dies würde zumindest die Anbieter von Workshops wieder in die Lage versetzen ihre Angebote umzusetzen. Durch die Abstandregelung würde es aber zu einer reduzierten Teilnehmerzahl kommen oder zu höheren Kosten, da größere Räume gebucht werden müssten. Hier sind wir gespannt, wie sich die ebenfalls sehr angeschlagene Hotel-/Locationbranche verhalten wird.

100 Teilnehmer in geschlossenen Räumen mit Auflagen

Hier würden kleine Networking Angebote und größere Workshops wieder Umsetzungsmöglichkeiten bekommen. Die Problematik wird in der Umsetzung der Abstandsregelung liegen. Ab einer gewissen Größe wird es immer zu „Verdichtungen“ kommen, die behördlich kritisch sind.

250 Teilnehmer in geschlossenen Räumen mit Auflagen

Ab dieser Größenfreigabe könnten die Veranstalter kleiner Konferenzen und größerer Networking Event wieder ins Spiel gelangen. Die Abstandsprobleme bleiben auch hier erhalten.

500 Teilnehmer in geschlossenen Räumen mit Auflagen

Hier könnten Konferenzen wie die SEO CAMPIXX und die CONTENTIXX wieder aktiv werden. Die Umsetzung von Auflagen wird aber auch hier schwierig.

1000 Teilnehmer in geschlossenen Räumen mit Auflagen

Hier könnten größere Konferenzen und Events wieder einsteigen mit entsprechenden Auflagen.

Mehr als 1000 Teilnehmer und mehr als 5.000 Teilnehmer

Hier wäre dann faktisch eine völlige Aufhebung der Hintergrund. Erst ab diesem späten Punkt wären unter Auflagen wieder Fußballspiele, Konzerte und Veranstaltungen wie K5, OMR oder DMEXCO denkbar. Ob die Abstandsregelungen eine wirtschaftliche Tragfähigkeit ermöglichen, wird sich zeigen.

Was passieren könnte neben dem Blick auf die Teilnehmerzahlen?

Auflagen zur strikten Abstandsregelung werden früher gelockert.

Speziell, weil die behördliche Überwachung nicht umsetzbar ist. Dann würden sich Zeit- und Größenlinien schnell verschieben.

Auf Grund der Infektionszahlen oder auf Grund des wirtschaftlichen Drucks werden Stufen großzügiger übersprungen.

 Speziell der wirtschaftliche Druck kann schnell zu Lockerungsspiralen führen, die dann in mehr Freigaben münden. Je schneller das geht, umso größer wird aber auch das Risiko für höhere Infektionszahlen und einen erneuten LockDown.

Bestimmte Events könnten nicht mehr stattfinden, weil zu viele Ausstatter und Eventtechnikfirmen pleite sind

Speziell sehr große Festivals und Events könnten im Herbst oder im nächsten Jahr mit diesem Problem konfrontiert werden. Die Gefahr besteht, denn die Technikfirmen und Event-Agenturen haben meist nur dünne Margen. Das Szenario ist dann weniger, dass die Firmen nicht mehr wirtschaftlich vorhanden sind, sondern dass durch neue Eigentümer und Mitarbeiterstrukturen Unsicherheiten in den Durchführungsprozessen entstehen.

Alles oder bestimmte Eventgrößen werden freigegeben, aber das Virus ist noch da und die Menschen kommen dennoch nicht

Das Menschen Events meiden oder Firmen ihre Mitarbeiter nicht senden solange das Virus eine Gefahr ist, ist nach unserer Meinung die größte und realistischste Gefahr. Das Virus hat sich tief in unsere Verhaltenslogik eingebrannt. Das wird ein Problem für Marketing Events bleiben.

Fazit für die Eventbranche im Marketing Bereich

So lange wir keine flächendeckende Impfung bekommen, die auch umfassend genutzt wird, werden es Marketing Events jeder Größe sehr schwer haben. Selbst das temporäre „Verschwinden“ des Virus in den Sommermonaten würde keine echte Entspannung bringen. Zu groß wäre das Risiko des erneuten Aufflammens.

Digitale Produkte werden für die nahe Zukunft nur eine Lösung sein, wenn damit keine großen Mittel für die Umsetzung benötigt werden, da die Zahlungsbereitschaft im Content Überangebot nicht steigen wird.

Es bleibt den Event-Veranstaltern also nur eigene kreative Wege aus der Lösung zu finden.

Nie war das unternehmerische Risiko in dieser Branche größer.

Wir hoffen, dass wir hier in der Zukunft über erfolgreiche Lösungsmodelle berichten können.

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